50 Jahre befreiende Pädagogik

Anfang der 1970er Jahre erschienen Artikel in Zeitschriften und hektografierte Blätter (den Spiritus-Geruch der clandestinen (geheimen) Erleuchtung im Gegensatz zu den muffigen Schulbüchern tragend) mit den Grund-Ideen der Pädagogik der Unterdrückten, und die Bewegungen im Trikont, der „3. Welt“ neben den aufgeteilten Blöcken von Kapitalismus und Diktatur des Proletariat im Kalten Krieg erschienen allen politisch denkfähigen Leuten damals befreiend: 100 Jahre Paulo Freire

Noch hatten nicht alle Kolonien sich von den ausbeutenden Nord-Ländern losgesagt, noch gab es den Bund der Blockfreien, die auch in der UNO am Gewicht schieben konnten, noch hatte die Nazi-Pädagogik den Prügel-Stock nicht abgegeben: „A Watschn hot no koam gschodt!“ behaupteten die CSUler im Landtag auf den Antrag von Hildegard Hamm-Brücher, die körperlichen Strafen abzuschaffen.

Doch sie hatten die autoritäre Gläubigkeit hinein geprügelt bekommen, und kaschieren sie bis heute als rassistische Abschiebe- und Polizeiminister mit neuen Uniformen und Pistolen …

Ein Interview mit Prof. DDr. Hermann Steinkamp, Pastoraltheologe zum Thema der Pädagogik des brasilianischen Revolutionärs und Pädagogen Paulo Freire. https://www.youtube.com/watch?v=_2ioehpMxK4

Eine Pädagogik der Hoffnung?

Aktuell hat sich wieder mal herausgestellt, dass die berüchtigten Versuche „Abraham“ manipuliert waren: Der Mensch wäre kein Folterer seiner Mitmenschen, würde er nicht dazu gemacht: Ist der Mensch gut?

Ein Kind möchte lernen, und wer mit kleinen Heranwachsenden vor der Schule zu tun hat, weiß, dass er kaum genug antworten kann. Dann sollen sie still sitzen und schweigen. Der Drill von Klosterschule und Militarismus gibt nun die Antworten, die dann auf Anpassung, Gehorsam und Ersatz-Konsum hinauslaufen.

„Wenn jedeR nur kauft, was sie /er wirklich braucht, geht unser Kapitalismus zu Grunde!“

Gemeinschaftlich Forschen, wie es Paulo Freire mit seinen Studierenden begann, auch um ein Alphabetisierungs-Projekt für das damals im Ansatz demokratisch werdende Brasilien zu entwickeln …

Befreit euch von eurem schlechten Gewissen!

Beim großen Treffen in München 1994 im Gewerkschaftshaus stellten wir etliche Szenen als Forumtheater vor, das Paulo Freire als die glücklichste Umsetzung seiner Gedanken bezeichnete.

1994 waren die entwicklungspolitischen Gedanken noch nicht so sehr in unserer Gesellschaft verankert, der in fast allen Einrichtungen und Parteien herrschende Antikommunismus hinderte auch die Leitung der LMU, der Münchner Universität, den Gast aus Brasilien zu begrüßen, sie kamen lieber über die Hintertür auf die Bühne, als dem 35fachen Ehren-Doktor bei der Würdigung ihrer eigenen neuen Doktoren vorgestellt zu werden:

Dr. Flavia Mädche hatte an der LMU mit einer Arbeit über Freire’s Befreiende Pädagogik promoviert Kann Lernen wirklich Freude machen und freute sich, ihr Vorbild an der Hochschule begrüßen zu können, aber … sie waren zu feige, ihm zu begegnen ….

http://www.agspak-buecher.de/Paul-Freire-Gesellschaft-Hg-Flavia-Maedche-Kann-Lernen-wirklich-Freude-machen

 „Vom kritischen und freiheitlichen Standpunkt aus ist der Analphabet nicht eine Randfigur, 
 die eingegliedert werden muss, sondern ein Mensch, dem vorenthalten wird, 
 in seiner eigenen sozialen Wirklichkeit zu lesen und zu schreiben.“

Paulo Freire: Politische Alphabetisierung. Einführung ins Konzept einer humanisierenden Bildung (1970). In: Peter Schreiner u.a. (Hg.): Paulo Freire. Unterdrückung und Befreiung. Münster (u.a.) 2007: Waxmann. S. 35. Herzlichen Dank an http://www.paulofreirezentrum.at

Katholisch und Kommunist, gibt es das?

Die Befreiungstheologie war schon durch die Reaktionäre wie Kardinal Ratzinger verteufelt, die wichtigsten VertreterInnen in den südamerikanischen Staaten waren mit dem Segen der Konservativen von den Militärs ermordet worden, wie in der Folgezeit auch viele Umwelt-AktivistInnen.

Eine Theologie der Befreiung war die Hoffnung der vielen Basisgemeinden, die im internationalen Austausch in der ganzen Welt entstanden waren, wo die soziale Verantwortung mit der christlichen Botschaft von der Befreiung (so nannte sich das Evangelium einmal).

Die Bezeichnung Pädagogik der Unterdrückten beschreibt diese Verbindung: Wer sich nicht unterdrückt fühlt, gehört vielleicht zur anderen Seite? Worin werden wir – von wem – unterdrückt? Ist es Unrecht, das beseitigt werden muss, oder nur unser Gefühl, das wir überprüfen sollten?

In den Zeiten des Kalten Krieges von 1945 (Hiroshima) bis zum Ende der UDSSR 1989 und in den Köpfen der Alten bis heute ist die Vorstellung von gemeinschaftlichen Lebensgedanken wie AnarchieKommunismus und Sozialismus sofort mit Bevormundung, Entrechtung und Militarismus verknüpft, was ja eigentlich mehr die Eigenschaften der kapitalistischen Systeme sind:

Eine Militär-Diktatur wie die von Pinochet in Chile war das Muster für eine neoliberale Marktwirtschaft, die als Hauptziel den Reichtum der Reichen hat, bei Verarmung der Bevölkerung. Die Löhne in unserem Land sind in den letzten Jahren gestiegen oder gefallen?

Selbstorganisiert durch die kommenden Krisen:

Entwurf für eine Senior-Akademie als Lernen mit Paulo Freire https://paulo-freire-muenchen.blogspot.com/2021/07/selbstorganisiert-durch-die-kommenden.htmlBearbeiten

methodische und konzeptionelle „Haltegriffe“ zu Freires Arbeiten sind:

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